Welche Aufgaben übernimmt eine Hebamme im Wochenbett?

Ich habe nun bereits einige Blogartikel über die Hebammensuche geschrieben und heute möchte ich dir gerne erklären, was eine Hebamme im Wochenbett genau macht und wie oft sie nach der Geburt zu dir nachhause kommt.

Jeder Frau hat nach der Geburt Anspruch auf die Betreuung durch eine Hebamme. Diese Leistung wird von den Krankenkassen bezahlt.

Die ersten 10 Tage nach der Geburt kann dich die Hebamme bis zu 2x täglich betreuen. Natürlich kommt es immer darauf an, wie viel Unterstützung du benötigst und auch tatsächlich haben möchtest. Bis zur 9. Lebenswoche kannst du sie weiterhin bis zu 16 mal kontaktieren. Bis zum Abstillen, bzw. bis zum 9. Lebensmonat deines Babys stehen dir weitere 8 Kontakte zu, sei es bei Fragen zum Stillen/Abstillen oder auch bei der Beikosteinführung.

Eine Hebamme begleitet frischgebackene Eltern und ihr Baby im Wochenbett bei allen Umstellungen, Herausforderungen und Fragen. Wichtig dabei ist natürlich, dass sie auch jederzeit den allgemeinen Gesundheitszustand von Baby und Mutter im Auge behält. Beim Baby ist dies vor allem eine eventuelle Neugeborenengelbsucht und die Gewichtszunahme, die sie kontrolliert, bei der Mutter die Rückbildung der Gebärmutter sowie die Narben- und Wundheilung.

Baby und Mutter gleichermaßen betrifft das Stillen, bzw. das Füttern. Eine Hebamme kann dich beim Stillen unterstützen, aber dir auch dabei helfen abzustillen, bzw. mit der Flasche zu füttern. Sie zeigt dir verschiedene Stillpositionen und gibt dir Tipps bei wunden Brustwarzen. Beim Baby kontrolliert sie, ob es genügend Nahrung bekommt und entsprechend an Gewicht zunimmt.

Die seelischen Veränderungen bei der Mutter nach der Geburt, sowie die Beziehung zwischen Mutter und Kind werden ebenfalls von der Hebamme beobachtet. Sie ist darin geschult, eventuelle Wochenbettdepressionen zu erkennen und dann entsprechend zu handeln. Sie beobachtet hierzu nicht nur, wie du dein Kind pflegst, wickelst und stillst, sondern auch wie deine Stimmung ist. Ein Babyblues ist völlig normal, kann sich aber in seltenen Fällen auch sehr schnell in eine Wochenbettdepression verwandeln – es ist wichtig dies schnell zu erkennen!

Selbstverständlich unterstützt sie dich auch bei allen Fragen die du hast und dabei im Alltag mit deinem Baby anzukommen. Sei es beim Wickeln, beim Baden oder aber auch dabei einen Schlafrhythmus zu finden.

Wie du siehst, ist eine Hebamme eine tolle Unterstützung im Wochenbett, die sogar von den Krankenkassen bezahlt wird. So ist es auch kein Wunder, dass die Nachfrage die Anzahl der Hebammen für das Wochenbett bei weitem übersteigt. Das ist sehr schade, weil es meiner Meinung nach sehr wichtig ist, dass Eltern in dieser Zeit Unterstützung bekommen.

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, sich für das Wochenbett anderweitig oder sogar zusätzlich zu einer Hebamme Unterstützung zu holen. Welche Möglichkeiten dies im einzelnen sind erfährst du in einem meiner nächsten Blogartikel 😉

Liebe Grüße,

deine Julia

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